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„Mach´s Maul auf!" – Verantwortung übernehmen, Veränderung gestalten

Projektwoche am Berufskolleg Bethel 16. - 20.10.2017

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass es sich im ersten Teil des Projekttitels um ein entlehntes Zitat Luthers handelt. Der große Reformator plädierte für Zivilcourage, Toleranz gegenüber Fremdem und den Mut sich einzumischen. Es scheint uns unausweichlich, dass wir uns als evangelische Schule im 500. Jubiläumsjahr der Reformation mit den Grundgedanken der Freiheit, den die Reformation in die Welt brachte, intensiver auseinandersetzen.

Wir übersetzen die provokanten Worte Luthers so: Sei selbstbewusst im Auftreten! Misch dich ein, wo es nötig ist! Sag, was du zu sagen hast! Dieses sind Forderungen, die angesichts gegenwärtiger politischer Entwicklungen im In-­ und Ausland hohe Aktualität besitzen. Zu sagen, was ist! Für andere einzutreten! Tolerant gegenüber dem Andersartigen, Fremden zu sein! Zivilcourage zu zeigen! Erst diese Fähigkeiten machen die Bürger zum Fundament einer demokratischen Zivilgesellschaft, in der sie als Individuen in Freiheit und in sozialer Verantwortung leben.

Welchen Beitrag leistet unsere Schule, wenn es um die Freiheit und Toleranz in unserer demokratischen Zivilgesellschaft geht? Aus unserer Sicht fordert das Jubiläumsjahr der Reformation uns als freie Schule geradezu heraus, eine eigene Antwort auf diese Frage zu geben. Welcher Ort könnte dafür nutzbarer sein, als eine Projektwoche in der sich Schüler_innen und Lehrer_innen begegnen?

Die Schüler_innen des Berufskollegs Bethel, begleitet von den Lehrkräften (v.l.) Mareike Haase, Nora Grohmann und Rudolf Hans, präsentieren ihre Thesen in der Zionskirche. FOTO: PAUL SCHULZ

Dabei sollten die Grundsätze zur Projektarbeit der vergangenen zwei Jahre erhalten bleiben: Frei wählbare Bildungsangebote an zum Teil außerschulischen Lernorten fernab des Stundenplans. 20 verschiedene Projekte standen den Schüler_innen zur Auswahl. Neue Begegnungen mit Schüler_innen in klassen- und bildungsgangübergreifenden Projekten waren auch in diesem Jahr möglich. Die Gruppen kooperierten mit Amnesty International, der Universität Bielefeld, verschiedenen Institutionen in Bethel, der Bundeswehr und mit dem Theater Bielefeld.

Jede Gruppe brachte mit einer Kernthese die gemeinsamen Erfahrungen zu einem gelingenden Zusammenleben in sozialer Verantwortung auf den Punkt, etwa „Kauf nicht für die Mülltonne“ oder „Leben miteinander, statt gegeneinander“ oder „Weniger reden, mehr machen“. Aus dieser Sammlung wurde ein großes Plakat zusammengefügt, in dessen Mitte das Bild Luthers zu sehen war.