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Themen- und Projekttag zum Reformationsjubiläum

Der zweite Schultag nach den Herbstferien stand im Zeichen der Erinnerung an die Reformation vor 500 Jahren. Über 800 Schüler_innen sowie Studierende mit ihren Lehrkräften aus der Sekundarstufe II des Öffentlich-Stiftischen Gymnasiums und dem Berufskolleg Bethel setzen sich anlässlich des Reformationsjubiläums mit der Bedeutung der Reformation, den Fragestellungen und den zentralen Begriffen der Reformatoren auseinander.

Morgens um 08:00 Uhr begaben sich die Klassen und Kurse in die mit zusätzlichen Sitzplätzen bestuhlte Zionskirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter der Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, zum Thema:

„Zwischen Religionsdistanz und Religionsfaszination. Wie religiös sind die Menschen?“

Den einführenden Vortrag hielt Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter der Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen mit Sitz in Berlin, zum Thema „Zwischen Religionsdistanz und Religionsfaszination. Wie religiös sind die Menschen?“ Ausgehend von den religiösen Fragen um 1517 schlug Dr. Reinhard Hempelmann einen Bogen bis zur Gegenwart und konzentrierte sich dabei auf drei Merkmale: 1. Säkularisierung der Gesellschaft, 2. Individualisierung des Glaubens und 3. die religiöse Vielfalt (Pluralismus). Dies veranschaulichte er an sechs Typen der aktuellen Einstellungen von Jugendlichen in Deutschland 2016. Nach Beispielen für Religionsdistanz und Religionsfaszination stellte der Theologe abschließend vier Thesen zu den Aufgaben der Gesellschaft zur Diskussion. So beinhaltet Religionsfreiheit für ihn die Notwendigkeit der Wahrnehmung anders Gläubiger bei gleichzeitiger Achtsamkeit gegenüber Religionsmissbrauch. Dr. Reinhard Hempelmann verdeutlichte abschließend eindrücklich uns eine/ einen jeden auffordernd, dass religiöse Bindungen ebenso wie die Toleranz und der Respekt gegenüber der Unterschiedlichkeit gefördert werden müssen.

Im weiteren Verlauf des Vormittags beschäftigten sich die Klassen und Kurse in vielfältigster Weise mit der Bedeutung der Reformation und der Gedankenwelt der Reformatoren aus einer fachlichen Perspektive. Die Schüler_innen und Studierenden setzten sich mit den ethischen Vorstellungen Luthers und Calvins zur Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitswelt auseinander und diskutierten Fragen verantwortlichen Handels und der Gewissensfreiheit auch an tagesaktuellen Fragen, wie sie beispielsweise die Paradise Papers aufwerfen. Andere beschäftigten sich aus der Perspektive des Gesundheitsaspektes mit den Krankheitsbildern Luthers sowie der Krankenpflege im Mittelalter oder aber thematisierten die Bedeutung des Buchdrucks und der mit dieser zusammenhängenden herausragenden Rolle Gutenbergs.

Die Leistungskurse des Unterrichtsfaches Kunst waren zudem begeistert von dem Vortrag des Leiters der Kunsthalle Dr. Friedrich Meschede zum Thema „Freiheit und Kunst - eine ästhetische Perspektive“.

Den Abschluss des Tages bildete der Gottesdienst unter der Leitung von Prof. em. Dr. Andreas Lindemann mit Beteiligung von Schüler_innen Studierenden beider Schulformen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes standen der Bildungsaspekt und die Reformation, der den Dreischritt der persönlichen, allgemeinen und beruflichen Bildung in Vergangenheit und Gegenwart berücksichtigte. Und so lag es nahe, dass die Vorbereitungsgruppe die Kollekte für die Kinder- und Jugendarbeit im Jugendhaus Gosen Bethel sowie zum Wiederaufbau zerstörter Bildungseinrichtungen in Mexiko nach dem verheerenden Erdbeben am 19.09.2017 bestimmte.

An der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes waren Schüler_innen des Gymnasiums und Studierende des Berufskollegs und Kolleg_innen beteiligt.

Die Leitung des Gottesdienstes hatte Prof. em. Dr. Andreas Lindemann. Thematischer Schwerpunkt: Bildungsaspekt und Reformation

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch das Orchester der Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen unter der Leitung von Matthias Günther. Den eindrücklichen musikalischen Schlusspunkt setzte die erstmalige Aufführung der besonderen Lernleistung des Schülers Daniel Metthewes im Fach Musik (Allegro für Kontrabass und Orchester).

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch das Orchester der Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen unter der Leitung von Matthias Günther

Im Nachgang blickte die Schulgemeinde somit auf einen facettenreichen und inhaltsgefüllten Projekttag zum Reformationsjubiläum, dessen Geist diese direkt und indirekt in Zukunft begleiten wird.

An der Gestaltung des Themen- und Projekttages zum Reformationsjubiläum waren beteiligt: (v.l.) Wolfgang Potthoff, Kristina Jünger, Matthias Günther, Prof. Dr. Andreas Lindemann, Dr. Lisa Steinkühler, Pia Sohl, Alexandra Kari, Paul Fuchs, Janina Koch, Ender Kalkan, Judith Haake, Anja Hagemann, Michael Wittrahm, Anna Giesselmann und Katrin Schäpsmeier. FOTO: PAUL SCHULZ

Danksagung

An der Gestaltung des heutigen Gottesdienstes haben ganz unterschiedliche Menschen mitgewirkt, denen wir herzlich danken wollen:

Prof. em. Dr. Andreas Lindemann

Schüler_innen, Studierende der FvB-Schulen:
Benjamin Bentrup, Q2
Nicolas Borgstedt, Q2
Karla Dietz, Q2
Paul Fuchs, Q2
Justine Gerdes, F15B (Titelbild)
Anna Giesselmann, F15B
Judith Haake, F15B
Anja Hagemann, H16A
Ender Kalkan, Q2
Noah Kammel, Q2
Alexandra Kari, Q2
Kathrin Schäpsmeier, H16A
Felix Sudhoff, Q2
Michael Wittrahm, D17A

Matthias Günther, Leiter des Orchesters, Lehrkraft der FvB-Schulen
Schüler_innen des Orchesters der FvB-Schulen
Vincent Kalbhenn, Violoncello
Rune McCallum, Violine
Daniel Metthewes, Kontrabass
Meriel Vehring, Oboe

Thomas Wehmeyer, Küster der Zionskirche

Dr. Lisa Steinkühler, Studienreferendarin der FvB-Schulen
Kristina Jünger, Lehrkraft der FvB-Schulen
Pia Sohl, Lehrkraft der FvB-Schulen

An der Gestaltung des Themen- und Projekttages haben mitgewirkt:

Dr. Reinhard Hempelmann, Leiter der Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin
Dr. Friedrich Meschede, Direktor der Kunsthalle Bielefeld
Wolfgang Potthoff, Lehrkraft der FvB-Schulen